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	<title>Kommentare zu: Der Unterschied zwischen Microblogging und Chatten</title>
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	<description>Koelibri's Blog zu Forschung, Lehre und mehr von Gunther Kreuzberger</description>
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		<title>Von: koelibri</title>
		<link>http://koelibri.edublogs.org/2009/01/31/der-unterschied-zwischen-microblogging-und-chatten/comment-page-1/#comment-44</link>
		<dc:creator>koelibri</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 21:21:12 +0000</pubDate>
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		<description>Dank an Thomas für das letzte Stückchen Aufklärung. Mir ist die Großraum-Metapher jetzt besser verständlich. Für meinen eigenen Umgang mit Twitter passt sie zwar nicht, aber das macht nichts. Mir ist in unserem Diskurs klar geworden, das die Wahrnehmung von Twitter stark davon abhängt, wie man diesen Webdienst nutzt, sowohl inhaltlich als auch technisch-organisatorisch. Für mich spielte die Perspektive des “Follower”-Seins bislang nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr bestimmend für meine Wahrnehmung von twitter-basiertem Microblogging war die öffentliche Einbindung eines Tweed über Monitter.COM. Diese Art des Twittern für ein völlig disperses Publikum passt auch zu meinen aktuellen Überlegungen bezüglich der Gestaltung von “Social TV” Angeboten.
Microblogging in dem von Thomas beschriebenen Sinne der (mehr oder minder) flüchtigen Auseinandersetzung mit mindestens einem Thema halte ich für sehr bereichernd, besonders auch im Kontext der Hochschullehre. Twittern im Sinne von (allzu privaten) Statusmeldungen würde ich für mich selbst erst einmal ausschließen, was nicht heißt, dass ich daraus eine Erwartungshaltung an andere ableiten würde. Die Unterstützung der Herausbildung von sozialen Bindungen, die ein virtuelles Netzwerk erst zu einem wirklichen, weil sozialen Netzwerk - also einer Community - machen, findet für mich eher nicht durch die vermeintliche Teilhabe am Leben der anderen statt, sondern vielmehr durch die Teilhabe an den Anschauungen und (Wert-)Vorstellungen, also ihrer Meinung zu bestimmten Sachverhalten. Insofern will ich mal einen plakativen Spruch prägen, der vielleicht mal ein T-Shirt zieren könnte:

“I &lt;img src=&quot;http://i237.photobucket.com/albums/ff232/ZagNative/Junk/Emoticons/Emoticon_a-heart.gif&quot;/&gt; Microblogging! But I’m not a Twitterer!”

Zur Klarstellung hier nun mein geschärftes Begriffsverständnis:

&lt;strong&gt;Bloggen:&lt;/strong&gt; Gezielte Auseinandersetzung mit einem Thema (Danke Thomas!) und an ein disperses Publikum adressiert;
&lt;strong&gt;Microbloggen:&lt;/strong&gt; Flüchtige Auseinandersetzung mit einem Thema im Sinne eines Aufschnappens, (knappen) Bewertens und Weitergebens von Informationen an ein disperses Publikum; dadurch können viele Themen quasi gleichzeitig behandelt werden;
&lt;strong&gt;Twittern:&lt;/strong&gt; Kurze Statusmeldungen mit Einblicken in den persönlichen Bereich der mitteilenden Person, in der Regel mit Hilfe von Microblog-Diensten und daher zumeist an ein disperses Publikum gerichtet; (nicht zu verwechseln mit der Nutzung des Dienstes Twitter!)
&lt;strong&gt;Chatten&lt;/strong&gt;Teilnahme an einem (gezielten) Diskurs in einer als mehr oder minder geschlossen wahrgenommenen Gruppe;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dank an Thomas für das letzte Stückchen Aufklärung. Mir ist die Großraum-Metapher jetzt besser verständlich. Für meinen eigenen Umgang mit Twitter passt sie zwar nicht, aber das macht nichts. Mir ist in unserem Diskurs klar geworden, das die Wahrnehmung von Twitter stark davon abhängt, wie man diesen Webdienst nutzt, sowohl inhaltlich als auch technisch-organisatorisch. Für mich spielte die Perspektive des “Follower”-Seins bislang nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr bestimmend für meine Wahrnehmung von twitter-basiertem Microblogging war die öffentliche Einbindung eines Tweed über Monitter.COM. Diese Art des Twittern für ein völlig disperses Publikum passt auch zu meinen aktuellen Überlegungen bezüglich der Gestaltung von “Social TV” Angeboten.<br />
Microblogging in dem von Thomas beschriebenen Sinne der (mehr oder minder) flüchtigen Auseinandersetzung mit mindestens einem Thema halte ich für sehr bereichernd, besonders auch im Kontext der Hochschullehre. Twittern im Sinne von (allzu privaten) Statusmeldungen würde ich für mich selbst erst einmal ausschließen, was nicht heißt, dass ich daraus eine Erwartungshaltung an andere ableiten würde. Die Unterstützung der Herausbildung von sozialen Bindungen, die ein virtuelles Netzwerk erst zu einem wirklichen, weil sozialen Netzwerk &#8211; also einer Community &#8211; machen, findet für mich eher nicht durch die vermeintliche Teilhabe am Leben der anderen statt, sondern vielmehr durch die Teilhabe an den Anschauungen und (Wert-)Vorstellungen, also ihrer Meinung zu bestimmten Sachverhalten. Insofern will ich mal einen plakativen Spruch prägen, der vielleicht mal ein T-Shirt zieren könnte:</p>
<p>“I <img src="http://i237.photobucket.com/albums/ff232/ZagNative/Junk/Emoticons/Emoticon_a-heart.gif"/> Microblogging! But I’m not a Twitterer!”</p>
<p>Zur Klarstellung hier nun mein geschärftes Begriffsverständnis:</p>
<p><strong>Bloggen:</strong> Gezielte Auseinandersetzung mit einem Thema (Danke Thomas!) und an ein disperses Publikum adressiert;<br />
<strong>Microbloggen:</strong> Flüchtige Auseinandersetzung mit einem Thema im Sinne eines Aufschnappens, (knappen) Bewertens und Weitergebens von Informationen an ein disperses Publikum; dadurch können viele Themen quasi gleichzeitig behandelt werden;<br />
<strong>Twittern:</strong> Kurze Statusmeldungen mit Einblicken in den persönlichen Bereich der mitteilenden Person, in der Regel mit Hilfe von Microblog-Diensten und daher zumeist an ein disperses Publikum gerichtet; (nicht zu verwechseln mit der Nutzung des Dienstes Twitter!)<br />
<strong>Chatten</strong>Teilnahme an einem (gezielten) Diskurs in einer als mehr oder minder geschlossen wahrgenommenen Gruppe;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Thomas Bernhardt</title>
		<link>http://koelibri.edublogs.org/2009/01/31/der-unterschied-zwischen-microblogging-und-chatten/comment-page-1/#comment-42</link>
		<dc:creator>Thomas Bernhardt</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 11:06:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://koelibri.edublogs.org/?p=44#comment-42</guid>
		<description>Hallo zusammen,

ich kann hier Christian nur vollkommen zustimmen: die Metapher des &quot;Großraumbüros&quot; trifft es wirklich auf den Punkt! Zusätzlich zum herkömmlichen Büro hab ich bei Twitter auch noch die Möglichkeit meine Kollegen gezielt auszusuchen ;-) Und so wie ich es auch in einem Büro machen könnte/würde, wenn ich etwas interessant finde, steige ich in den Diskurs mit ein oder gehe einem Tipp nach (z.B. &quot;Zur Steuerprüfung gibt es jetzt ein neues Formular&quot; oder &quot;Gehe jetzt zur Mittagspause&quot;).
Ansonsten spielt eben gerade die von Christian erwähnte soziale Komponente über die Status-Meldungen einen wesentliche Rolle und macht mir Twitter so sympathisch, da man am Denken/Leben/Handeln/... anderer teilnehmen und andere teilhaben lassen kann. 
Ich würde Microblogging strikt vom Bloggen und auch vom Chatten abgrenzen: 
Bloggen ist für mich u.a. die gezielte Auseinandersetzung mit einem Thema, Microblogging hingegen flüchtiges Aufschnappen und Weitergeben von Informationen.
Chatten ist ein Diskurs mit einer mir meist bekannten Gruppe an Personen, zu einem bestimmten Thema, Microblogging hingegeben ist die flüchtige Auseinandersetzung zu einer Vielzahl von Themen mit einem selbst zusammengestellten und/oder auch dispersen Publikum.
BTW: Hannes, exakt: Twitter ist KEIN Chat! Sicherlich kann es mal zu einem längeren Austausch kommen, jedoch würde ich persönlich dann immer auf Skype, Google Talk oder eben einem Blog ausweichen. Allerdings hat Twitter, genutzt als &quot;großer öffentlicher Chat&quot;, sicherlich auch Vorteile, so kann nämlich potenziell jeder daran teilnehmen und auch mit bis dato unbekannte Personen kann man auf diese Weise in Kontakt treten und so sein Netzwerk ausbauen.

Beste Grüße aus Bremen,

Thomas</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo zusammen,</p>
<p>ich kann hier Christian nur vollkommen zustimmen: die Metapher des &#8220;Großraumbüros&#8221; trifft es wirklich auf den Punkt! Zusätzlich zum herkömmlichen Büro hab ich bei Twitter auch noch die Möglichkeit meine Kollegen gezielt auszusuchen <img src='http://koelibri.edublogs.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Und so wie ich es auch in einem Büro machen könnte/würde, wenn ich etwas interessant finde, steige ich in den Diskurs mit ein oder gehe einem Tipp nach (z.B. &#8220;Zur Steuerprüfung gibt es jetzt ein neues Formular&#8221; oder &#8220;Gehe jetzt zur Mittagspause&#8221;).<br />
Ansonsten spielt eben gerade die von Christian erwähnte soziale Komponente über die Status-Meldungen einen wesentliche Rolle und macht mir Twitter so sympathisch, da man am Denken/Leben/Handeln/&#8230; anderer teilnehmen und andere teilhaben lassen kann.<br />
Ich würde Microblogging strikt vom Bloggen und auch vom Chatten abgrenzen:<br />
Bloggen ist für mich u.a. die gezielte Auseinandersetzung mit einem Thema, Microblogging hingegen flüchtiges Aufschnappen und Weitergeben von Informationen.<br />
Chatten ist ein Diskurs mit einer mir meist bekannten Gruppe an Personen, zu einem bestimmten Thema, Microblogging hingegeben ist die flüchtige Auseinandersetzung zu einer Vielzahl von Themen mit einem selbst zusammengestellten und/oder auch dispersen Publikum.<br />
BTW: Hannes, exakt: Twitter ist KEIN Chat! Sicherlich kann es mal zu einem längeren Austausch kommen, jedoch würde ich persönlich dann immer auf Skype, Google Talk oder eben einem Blog ausweichen. Allerdings hat Twitter, genutzt als &#8220;großer öffentlicher Chat&#8221;, sicherlich auch Vorteile, so kann nämlich potenziell jeder daran teilnehmen und auch mit bis dato unbekannte Personen kann man auf diese Weise in Kontakt treten und so sein Netzwerk ausbauen.</p>
<p>Beste Grüße aus Bremen,</p>
<p>Thomas</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: apanat</title>
		<link>http://koelibri.edublogs.org/2009/01/31/der-unterschied-zwischen-microblogging-und-chatten/comment-page-1/#comment-41</link>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 17:49:51 +0000</pubDate>
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		<description>Es gibt bei Twitter zwei Möglichkeiten. Die meisten twittern öffentlich, man kann aber auch nur für einen von einem selbst bestimmten Personenkreis twittern. Beide Methoden unterscheiden sich sehr deutlich, insofern müsste man sie differenziert vom Chatten abgrenzen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt bei Twitter zwei Möglichkeiten. Die meisten twittern öffentlich, man kann aber auch nur für einen von einem selbst bestimmten Personenkreis twittern. Beide Methoden unterscheiden sich sehr deutlich, insofern müsste man sie differenziert vom Chatten abgrenzen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Hannes</title>
		<link>http://koelibri.edublogs.org/2009/01/31/der-unterschied-zwischen-microblogging-und-chatten/comment-page-1/#comment-40</link>
		<dc:creator>Hannes</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 00:57:55 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;a href=&quot;http://www.flickr.com/photos/actiondatsun/2099869248/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;twitter is not a chat&lt;/a&gt; ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/actiondatsun/2099869248/" rel="nofollow">twitter is not a chat</a> <img src='http://koelibri.edublogs.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: koelibri</title>
		<link>http://koelibri.edublogs.org/2009/01/31/der-unterschied-zwischen-microblogging-und-chatten/comment-page-1/#comment-39</link>
		<dc:creator>koelibri</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 22:42:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://koelibri.edublogs.org/?p=44#comment-39</guid>
		<description>@apanat: Da stimme ich voll und ganz zu. Soweit ich Twittern verstanden habe, findet der ggf. darüber laufende Chat aber in aller Öffentlichkeit, sozusagen vor laufender Kamera statt. in der Großraumbüro-Metapher müsste man sich das wohl so vorstellen: ich rufe jemandem etwas zu und alle anderen Kollegen im Großraumbüro bekommen es mit. Das trägt, wie Christian Spannagel bemerkt, zur Vertrautheit der Situation und zum kollektiven Bewusstsein bei und kann daher als Investition in das soziale Gefüge betrachtet werden, das den Rahmen für die Kommunikationsaktivitäten bereit stellt. Als &quot;Norddeutscher&quot; möchte ich ergänzend hinzufügen, dass hier ein gesundes Mittelmaß wichtig ist. Zuviele Statusmitteilungen - vor allem über allzu private Befindlichkeiten - würden auf mich kommunikationshemmend wirken, weshalb ich diesen Teil der Twitter-Kultur auch nicht bediene.
@Christian Spannagel: Ich gebe zu, dass ich in meine Betrachtungen den Aspekt des &quot;Folgens&quot; nicht mit einbezogen habe. Insofern ist das Gleichnis mit den Domspatzen tatsächlich schlecht gewählt. Gleichzeitig scheint es mir so zu sein, dass unsere Twitter-Nutzung unterschiedlich motiviert ist. Auf der einen Seite reden wird von Status-Tweets (als Ersatz für eine selbst aufgestellte &quot;Überwachungskamera&quot;). Auf der anderen Seite die Bedienung einer für das Bloggen typischen Kommunikationssituation (Adressierung eines dispersen Publikums). Beiden Nutzungsperspektiven gemeinsam ist die Kürze und Prägnanz des Kommunikats. Anstelle eines ressourcenaufwändigen Webcam-Streams wird eine kurze Textmeldung mit den &quot;Essentials&quot; kommuniziert. Statt eines sorgfältig geschriebenen und einigermaßen umfänglichen Blog-Posts wird eine Folge von Microblog-Posts verwendet, mit denen es eben auch gelingt, das Besondere der aktuellen Situation einzufangen. 
Der besonders wichtige soziale Wert ergibt sich für mich weniger durch die Möglichkeit, &quot;am Leben der anderen teilzunehmen&quot;, als vielmehr durch die Erkenntnis gleichartiger Ansichten und Wertevorstellungen. Der für soziale Netzwerke (Communities) so entscheidende Aspekt der Selbstoffenbarung kann durchaus unterschiedlich erfolgen. Anstelle von: &quot;Ich sitze gerade in Jogginghosen und mit einer Tüte Chips vorm Fernseher&quot; bevorzuge ich lieber: &quot;Ich sitze gern mal vorm Fernseher - in Jogginghosen und mit &#039;ner Tüte Chips&quot;.
 
Ich hoffe, der Beitrag konnte deutlich machen, dass ich nach einem Semester intensiven Twitterns in der Hochschullehre Twitter als Werkzeug nicht mehr missen möchte. Gerade für die Vorlesung und die darüber hinausgehende Beschäftigung mit dem Lehrstoff sowie die Selbst-Organisation der Studierenden hat es sich als sehr sinnvoll erwiesen. Mit Hilfe von Twitter ist an die Stelle der kollektiven Lehrveranstaltungswandzeitung der kollektive Lehrveranstaltungsticker getreten. Live gepostet wurde eine Kurzfassung der wöchentlichen Vorlesung, angereichert durch spontane Nachfragen und Anmerkungen bzw. Wertungen. Die Studierenden ihrerseits nutzten den Tweet in der Zwischenzeit für die Ankündigung von Angeboten zur Kollaboration sowie zu die Vorlesungsinhalte anreichernden Hinweisen. Sozial motivierte Statusmeldungen waren in dem Tweet #dico08 kaum vertreten. Sie waren wohl auch nicht nötig, weil dem ganzen Kurs der - für Ilmenauer Verhältnisse typische - starke Matrikelverbund als kollektiver Rahmen zugrunde lag. 
Für den Seminareinsatz erschien mir Twitter weniger gut geeignet, vor allem deshalb, weil sich mir der Mehrwert einer in aller Öffentlichkeit durchgeführten Seminarsitzung nicht sofort aufdrängt. Gleichwohl kann ich mir einen solchen Mehrwert vorstellen. Allerdings müssten dann auch die Studierenden an einer öffentlichen Seminarsitzung teilnehmen wollen - hier stoßen wir wieder an die Grenzen der informationellen Selbstbestimmung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@apanat: Da stimme ich voll und ganz zu. Soweit ich Twittern verstanden habe, findet der ggf. darüber laufende Chat aber in aller Öffentlichkeit, sozusagen vor laufender Kamera statt. in der Großraumbüro-Metapher müsste man sich das wohl so vorstellen: ich rufe jemandem etwas zu und alle anderen Kollegen im Großraumbüro bekommen es mit. Das trägt, wie Christian Spannagel bemerkt, zur Vertrautheit der Situation und zum kollektiven Bewusstsein bei und kann daher als Investition in das soziale Gefüge betrachtet werden, das den Rahmen für die Kommunikationsaktivitäten bereit stellt. Als &#8220;Norddeutscher&#8221; möchte ich ergänzend hinzufügen, dass hier ein gesundes Mittelmaß wichtig ist. Zuviele Statusmitteilungen &#8211; vor allem über allzu private Befindlichkeiten &#8211; würden auf mich kommunikationshemmend wirken, weshalb ich diesen Teil der Twitter-Kultur auch nicht bediene.<br />
@Christian Spannagel: Ich gebe zu, dass ich in meine Betrachtungen den Aspekt des &#8220;Folgens&#8221; nicht mit einbezogen habe. Insofern ist das Gleichnis mit den Domspatzen tatsächlich schlecht gewählt. Gleichzeitig scheint es mir so zu sein, dass unsere Twitter-Nutzung unterschiedlich motiviert ist. Auf der einen Seite reden wird von Status-Tweets (als Ersatz für eine selbst aufgestellte &#8220;Überwachungskamera&#8221;). Auf der anderen Seite die Bedienung einer für das Bloggen typischen Kommunikationssituation (Adressierung eines dispersen Publikums). Beiden Nutzungsperspektiven gemeinsam ist die Kürze und Prägnanz des Kommunikats. Anstelle eines ressourcenaufwändigen Webcam-Streams wird eine kurze Textmeldung mit den &#8220;Essentials&#8221; kommuniziert. Statt eines sorgfältig geschriebenen und einigermaßen umfänglichen Blog-Posts wird eine Folge von Microblog-Posts verwendet, mit denen es eben auch gelingt, das Besondere der aktuellen Situation einzufangen.<br />
Der besonders wichtige soziale Wert ergibt sich für mich weniger durch die Möglichkeit, &#8220;am Leben der anderen teilzunehmen&#8221;, als vielmehr durch die Erkenntnis gleichartiger Ansichten und Wertevorstellungen. Der für soziale Netzwerke (Communities) so entscheidende Aspekt der Selbstoffenbarung kann durchaus unterschiedlich erfolgen. Anstelle von: &#8220;Ich sitze gerade in Jogginghosen und mit einer Tüte Chips vorm Fernseher&#8221; bevorzuge ich lieber: &#8220;Ich sitze gern mal vorm Fernseher &#8211; in Jogginghosen und mit &#8216;ner Tüte Chips&#8221;.</p>
<p>Ich hoffe, der Beitrag konnte deutlich machen, dass ich nach einem Semester intensiven Twitterns in der Hochschullehre Twitter als Werkzeug nicht mehr missen möchte. Gerade für die Vorlesung und die darüber hinausgehende Beschäftigung mit dem Lehrstoff sowie die Selbst-Organisation der Studierenden hat es sich als sehr sinnvoll erwiesen. Mit Hilfe von Twitter ist an die Stelle der kollektiven Lehrveranstaltungswandzeitung der kollektive Lehrveranstaltungsticker getreten. Live gepostet wurde eine Kurzfassung der wöchentlichen Vorlesung, angereichert durch spontane Nachfragen und Anmerkungen bzw. Wertungen. Die Studierenden ihrerseits nutzten den Tweet in der Zwischenzeit für die Ankündigung von Angeboten zur Kollaboration sowie zu die Vorlesungsinhalte anreichernden Hinweisen. Sozial motivierte Statusmeldungen waren in dem Tweet #dico08 kaum vertreten. Sie waren wohl auch nicht nötig, weil dem ganzen Kurs der &#8211; für Ilmenauer Verhältnisse typische &#8211; starke Matrikelverbund als kollektiver Rahmen zugrunde lag.<br />
Für den Seminareinsatz erschien mir Twitter weniger gut geeignet, vor allem deshalb, weil sich mir der Mehrwert einer in aller Öffentlichkeit durchgeführten Seminarsitzung nicht sofort aufdrängt. Gleichwohl kann ich mir einen solchen Mehrwert vorstellen. Allerdings müssten dann auch die Studierenden an einer öffentlichen Seminarsitzung teilnehmen wollen &#8211; hier stoßen wir wieder an die Grenzen der informationellen Selbstbestimmung.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: apanat</title>
		<link>http://koelibri.edublogs.org/2009/01/31/der-unterschied-zwischen-microblogging-und-chatten/comment-page-1/#comment-38</link>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 20:47:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://koelibri.edublogs.org/?p=44#comment-38</guid>
		<description>Twittern kann sehr bewusst für einen kleinen Zuhörerkreis eingesetzt werden. Es ist freilich monologischer, kann aber auch zum Chatten verwendet werden. - Der Unterschied ist m.E. dass die Beiträge in weit größeren Abständen erfolgen. Aber das hängt von der je subjektiven Verwendung ab.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Twittern kann sehr bewusst für einen kleinen Zuhörerkreis eingesetzt werden. Es ist freilich monologischer, kann aber auch zum Chatten verwendet werden. &#8211; Der Unterschied ist m.E. dass die Beiträge in weit größeren Abständen erfolgen. Aber das hängt von der je subjektiven Verwendung ab.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Christian Spannagel</title>
		<link>http://koelibri.edublogs.org/2009/01/31/der-unterschied-zwischen-microblogging-und-chatten/comment-page-1/#comment-37</link>
		<dc:creator>Christian Spannagel</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 18:32:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://koelibri.edublogs.org/?p=44#comment-37</guid>
		<description>Hallo,

interessanter Beitrag - ich kann dir trotzdem nicht ganz zustimmen. :-)

Die Metapher des Großraumbüros (die übrigens nicht von mir, sondern von Martin Ebner stammt, wie ich selbst später festgestellt habe), passt meines Erachtens auf Twitter eher als auf Gruppenchats: Man beobachtet ja in der Regel nicht beliebige Leute auf Twitter (wie dies beispielsweise auf dem Kölner Domplatz wäre), sondern Menschen, mit denen man irgendeine Verbindung hat (Freunde, Bekannte, oder einfach nur Menschen, die einen inhaltlich interessieren, Menschen, die in derselben Gegend wohnen). Die Gründe können vielfältig sein - einen Grund gibt&#039;s aber  in der Regel. Auf dem Kölner Domplatz verbindet mich mit den Menschen nichts (ausgenommen der Platz natürlich). Natürlich verbindet mich nicht mit allen Menschen, denen ich in Twitter folge, ein und derselbe Kontext. Aber auch in Großraumbüros gibt es vielleicht durchaus unterschiedliche Abteilungen, die an anderen konkreten Zielen arbeiten, mit denen ich aber auf vielfältige Weise aus meiner Abteilung heraus verbunden sein kann. 

Ich beispielsweise beobachte auf Twitter viele Menschen, die sich mit Web 2.0 und Bildung beschäftigen. Insofern haben wir einen gemeinsamen Handlungskontext.

Das Entscheidende an der Metapher ist übrigens tatsächlich der HANDLUNGSkontext, nicht etwa der GESPRÄCHSkontext. In einem Großraumbüro sehe ich, wenn mein Kollege telefoniert. In twitter sehe ich das natürlich nicht direkt, sondern nur, wenn der &quot;Kollege&quot; schreibt &quot;ich telefoniere gerade&quot;. Das heißt, die Handlungen, die man normalerweise in einem Großraumbüro beobachten würde, werden durch Status-Tweets repräsentiert. In einem Gruppenchat geht es &quot;lediglich&quot; um ein Gespräch - die Handlungen fehlen. In Twitter hat man - genau wie im Großraumbüro - beides, nämlich Handlungen und kurze Gespräche.

Twitter ist meiner Ansicht nach auch nicht mit einer Vorlesung vergleichbar. Ich halte keine Vorträge in Twitter. Ich schreibe, was ich gerade mache, denke, beabsichtige zu tun usw.

Ich halte übrigens die Jogginghose für extrem wichtig. Denn bei Twitter ist es wie bei vielen anderen virtuellen Umgebungen: Ich ziehe aus der Virtualität dann einen großen Nutzen, wenn ich mich mit den Personen oder Gruppen auch einmal im Reallife treffe. Durch &quot;Jogginghosen-Tweets&quot; (das ist natürlich übertrieben; es geht um persönliche, weniger inhaltliche Informationen) nehme ich bei den Menschen, mit denen ich verbunden bin, nicht nur an der Arbeit teil (=Inhalte), sondern auch an deren Leben - was einen extrem sozialen Wert hat. Das merkt man dann, wenn man den Menschen im Reallife trifft - man begegnet sich auf einer vertrauteren Ebene.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo,</p>
<p>interessanter Beitrag &#8211; ich kann dir trotzdem nicht ganz zustimmen. <img src='http://koelibri.edublogs.org/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Die Metapher des Großraumbüros (die übrigens nicht von mir, sondern von Martin Ebner stammt, wie ich selbst später festgestellt habe), passt meines Erachtens auf Twitter eher als auf Gruppenchats: Man beobachtet ja in der Regel nicht beliebige Leute auf Twitter (wie dies beispielsweise auf dem Kölner Domplatz wäre), sondern Menschen, mit denen man irgendeine Verbindung hat (Freunde, Bekannte, oder einfach nur Menschen, die einen inhaltlich interessieren, Menschen, die in derselben Gegend wohnen). Die Gründe können vielfältig sein &#8211; einen Grund gibt&#8217;s aber  in der Regel. Auf dem Kölner Domplatz verbindet mich mit den Menschen nichts (ausgenommen der Platz natürlich). Natürlich verbindet mich nicht mit allen Menschen, denen ich in Twitter folge, ein und derselbe Kontext. Aber auch in Großraumbüros gibt es vielleicht durchaus unterschiedliche Abteilungen, die an anderen konkreten Zielen arbeiten, mit denen ich aber auf vielfältige Weise aus meiner Abteilung heraus verbunden sein kann. </p>
<p>Ich beispielsweise beobachte auf Twitter viele Menschen, die sich mit Web 2.0 und Bildung beschäftigen. Insofern haben wir einen gemeinsamen Handlungskontext.</p>
<p>Das Entscheidende an der Metapher ist übrigens tatsächlich der HANDLUNGSkontext, nicht etwa der GESPRÄCHSkontext. In einem Großraumbüro sehe ich, wenn mein Kollege telefoniert. In twitter sehe ich das natürlich nicht direkt, sondern nur, wenn der &#8220;Kollege&#8221; schreibt &#8220;ich telefoniere gerade&#8221;. Das heißt, die Handlungen, die man normalerweise in einem Großraumbüro beobachten würde, werden durch Status-Tweets repräsentiert. In einem Gruppenchat geht es &#8220;lediglich&#8221; um ein Gespräch &#8211; die Handlungen fehlen. In Twitter hat man &#8211; genau wie im Großraumbüro &#8211; beides, nämlich Handlungen und kurze Gespräche.</p>
<p>Twitter ist meiner Ansicht nach auch nicht mit einer Vorlesung vergleichbar. Ich halte keine Vorträge in Twitter. Ich schreibe, was ich gerade mache, denke, beabsichtige zu tun usw.</p>
<p>Ich halte übrigens die Jogginghose für extrem wichtig. Denn bei Twitter ist es wie bei vielen anderen virtuellen Umgebungen: Ich ziehe aus der Virtualität dann einen großen Nutzen, wenn ich mich mit den Personen oder Gruppen auch einmal im Reallife treffe. Durch &#8220;Jogginghosen-Tweets&#8221; (das ist natürlich übertrieben; es geht um persönliche, weniger inhaltliche Informationen) nehme ich bei den Menschen, mit denen ich verbunden bin, nicht nur an der Arbeit teil (=Inhalte), sondern auch an deren Leben &#8211; was einen extrem sozialen Wert hat. Das merkt man dann, wenn man den Menschen im Reallife trifft &#8211; man begegnet sich auf einer vertrauteren Ebene.</p>
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