Heute hörte ich einen Vortrag über Douglas Engelbart und das von ihm entwickelte OnLine-System. Anders als andere Menschen seiner Zeit wollte er Maschinen offenbar nicht intelligent machen, sondern als Intelligenzverstärker benutzen. Die Zutaten für sein Rezept zur Intelligenzverstärkung sind überschaubar:
- Interaktion
- Strukturierung
- Kollaboration
- Endlosschleifen
Das hat mich sehr an das Web 2.0 erinnert. Es scheint so, als würden Engelbarts Ideen erst jetzt zum Leben erwachen.
Besonders kritisch wurde in der Diskussion übrigens der Punkt “Endlosschleifen” gesehen. Ich habe den Eindruck, dass es von dort nicht weit ist bis zur alt bekannten Losung: “Der Weg ist das Ziel.” Bei E-Portfolios und beim Bloggen wird deshalb wohl immer wieder die Zweckmäßigkeit und die Relevanz der Inhalte zu hinterfragen sein.

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Januar 9th, 2008 at 20:26
Das Web 2.0 erinnert an seinen Vorvorgänger: http://video.google.de/videoplay?docid=-8734787622017763097
Januar 11th, 2008 at 16:44
Wie man aber an diesem Beispiel sicher unschwer erkennt, ist es auch bei E-Portfolios und bei Blogs die Software auf dem Computer, die Menschen in “Endlosschleifen” einer Nutzung führen kann. Und im Besonderen versetzt mich gerade solche Social Software erst in die Lage, jederzeit für Rückmeldungen verfügbar zu sein, auch wenn ich selbst vielleicht nicht online bin. Das ist das “konnektive” Moment am Social Web und führt mich zu der Frage, ob der Computer an sich, dann überhaupt ein Medium ist, auch wenn er aus rein technischer Sicht als Vermittlungssystem betrachtet werden kann? Oder ob er letztlich nur Mittel zum Zweck für die Nutzung von Medien ist?
Januar 13th, 2008 at 22:33
Meines Erachtens macht es nicht sehr viel Sinn, zwischen Computer und Software zu unterscheiden: das eine funktioniert ohne das andere schlicht und ergreifend nicht. “Endlosschleifen” sind letztlich Menschenwerk. Der Computer mit seiner Softwarekonfiguration bietet nur die Möglichkeiten. Nutzen muss der Mensch sie schon selbst und damit auch entscheiden, ob die Nutzung zum bloßen Selbstzweck wird, oder ob sie zur “Problemlösung” beiträgt, etwa in dem sie zu einer Bündelung von Informationen führt.
Mit der restlichen Argumentation stimme ich nicht überein. Social Software ist meiner Meinung nach nicht die einzige Möglichkeit für permanente Erreichbarkeit. Außerdem sind permanente Erreichbarkeit und Konnektivität zwei verschiedene Dinge. Die großen Wissenschaftler der Vergangenheit waren auch vernetzt – per Briefpost. Heutzutage geht es bloß schneller. Was anders ist, ist sicher die Möglichkeit des kollaborativen Arbeitens trotz räumlicher Trennung.
Die letzte Frage verstehe ich nicht, wenn der Computer nur “Mittel zum Zweck” ist, dann ist er doch ein Medium – vielleicht kein Medium im kommunikationswissenschaftlichen Sinne, aber doch eben in “Mittel”. Da ich keine Ahnung von den entsprechenden Definitionen habe, muss ich hier ganz bescheiden danach fragen, ob zwischen Medium und Werkzeug unterschieden wird, denn dann würde ich den Computer als Werkzeug bezeichnen. Woraus sich die Frage ergäbe, ob mit Social Software das Medium Webseite auch zum Werkzeug wird?